Ob die Hose sitzt und sich beim Bücken auch nicht verschiebt, können Kleiderkäufer bald online probieren. Die Technologie für die virtuelle Ankleidekabine haben mehrere Forschergruppen im Rahmen des EU-Projekts “Fashion Me” entwickelt, an dem auch das Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation in Stuttgart beteiligt ist.
Auf der “Fashion Show Portugal” in Oporto konnten sich Kunden erstmals virtuell ankleiden. Vorab nimmt ein 3D-Scanner die Maße und berechnet daraus einen “Avatar”, ein dreidimensionales, bewegliches Abbild des Menschen. An ihrem elektronischen Zwilling probieren die Kunden dann die Kleider. Auf Mausklick dreht und bückt sich der Avatar. Die potenziellen Käufer können sogar das Licht in der virtuellen Ankleidekabine regulieren. Als erster hat der portugiesische Kleiderhersteller Maconde die Technologie in seinen Online-Shop integriert.
Mit den virtuellen, dreidimensionalen Anproben werde ein “großes Manko” von Online-Katalogen wettgemacht, sagt der Fraunhofer-Forscher Uwe Rotter. In der soeben erschienenen Studie “Fashion online ? Die dritte Dimension des Online-Modeverkaufs” hat seine Arbeitsgruppe die Probleme analysiert und gibt Online-Textilhändlern Tipps. Die sind dringend nötig: Nur jeder Hunderste kauft gelegentlich Kleider im Internet, fanden die Forscher.
ddp/bdw – Marcel Falk





