Textilien aus Hühnerfedern könnten zukünftig die Mode prägen. Diese Kleidungsstücke bestehen aus Fasern, die aus dem Federmaterial gewonnen werden. Sie sehen daher nicht aus wie Vogelkostüme, sondern ähneln eher Wollmaterial oder Leinen. Neben den Textilien aus Hühnerfedern entwickeln amerikanische Wissenschaftler zudem auch Fasern aus Reisstroh. Die Umwandlung von landwirtschaftlichen Abfallprodukten in Textilfasern könnte den Verbrauch von Öl zur Herstellung synthetischer Stoffe reduzieren, berichteten Forscher um Yiqi Yang von der Universität von Nebraska in Lincoln.
Hühnerfedern sind aus so genanntem Keratin aufgebaut, dem gleichen Eiweiß, aus dem auch Wolle besteht. Die Hühnerfedern besitzen aber zusätzlich einen wabenartigen Aufbau mit kleinen Lufteinschlüssen, die sie besonders leicht, elastisch und wärmedämmend machen. Diese idealen Eigenschaften möchten die Forscher jetzt auch auf die neuen Textilfasern übertragen. Für die Herstellung von Fasern aus Reisstroh haben die Wissenschaftler bereits ein Verfahren entwickelt. Nach ihren Angaben eignen sich die Fäden auch zur Verarbeitung mit herkömmlichen Maschinen in der Textilindustrie.
Federn und Reisstroh stehen in riesigen Mengen zur Verfügung und bieten damit eine billige und nachhaltige Alternative zur Gewinnung von synthetischen Textilfasern aus Erdöl, so die Forscher. Zusätzlich seien die Textilien aus den landwirtschaftlichen Rohstoffen biologisch abbaubar. Neben Kleidungsstücken bieten Materialien aus Federn und Reisstroh viele andere Anwendungsmöglichkeiten, wie beispielsweise für Teppichböden, Autopolster oder auch Baustoffe. Bis diese Produkte allerdings auf den Markt kommen, wird es wohl noch einige Jahre dauern, sagt Yang.
Beitrag auf der Jahrestagung der American Chemical Society in San Francisco ddp/wissenschaft.de ? Martin Vieweg





