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Kilometergroßer Asteroid fliegt an der Erde vorbei
Astronomie & Physik

Kilometergroßer Asteroid fliegt an der Erde vorbei

Am Samstagmittag wird der kilometergroßer Asteroid 1997 NC1 an der Erde vorbeifliegen. · Foto: © Naeblys/ iStock

Schwergewicht im Anflug: Am Samstagmittag wird ein kilometergroßer Asteroid die Erde passieren – in sicherem Abstand. Asteroid 1997 NC1 fliegt in rund 2,6 Millionen Kilometer Entfernung an der Erde vorbei, das entspricht fast dem siebenfachen Mondabstand. Für einen Asteroiden dieser Größe ist dies dennoch ungewöhnlich nah: Eine solche Passage kommt nur alle paar Jahre vor. Für Astronomen ist dies eine Chance, den Brocken erstmals per Radar zu untersuchen.
Autor
Nadja Podbregar
26. Juni 2026
Lesezeit
3 Minuten
Rubrik
Astronomie & Physik

Immer wieder kommt es vor, dass große Asteroiden in Erdnähe vorbeifliegen - einige sogar innerhalb der Mondumlaufbahn. Würden diese Brocken einschlagen, hätte dies katastrophale Folgen. Entsprechend intensiv werden solche großen Erdbahnkreuzer überwacht und ihre Flugbahnen vorausberechnet. Dies verschafft Zeit, im Ernstfall Abwehrmaßnahmen zu ergreifen – bietet Astronomen aber auch die Chance, die Asteroiden bei einem nahen Vorbeiflug genauer ins Visier zu nehmen.

Was wissen wir über den Asteroiden 1997 NC1?

Eine solche Chance bietet sich am morgigen Samstag: Am 27. Juni 2026 gegen Mittag wird der zwischen 0,75 und 1,65 Kilometer große Asteroid 1997 NC1 an der Erde vorbeifliegen. Dieser Asteroid ist wegen seiner Größe und der wiederholten Erdpassagen offiziell als „potenziell schädigender Asteroid“ eingestuft. Sein Orbit reicht von knapp innerhalb der Venusbahn bis zur Erdbahn. Doch dank wiederholter Beobachtungen seit 1997 ist klar, dass in absehbarer Zukunft keine Einschlagsgefahr durch 1997 NC1 besteht.

Orbit 1997 NC1

Flugbahn des Asteroiden 1997 NC1. — © NEO Coordination Centre/ European Space Agency (ESA)

Beim aktuellen Vorbeiflug wird Asteroid 1997 NC1 die Erde im Abstand von rund 2,6 Millionen Kilometern passieren – das entspricht dem 6,8-fachen Abstand zwischen Mond und Erde. Eine Gefahr für die Erde besteht demnach nicht. Dennoch ist diese Asteroidenpassage etwas Besonderes: „Für einen Asteroiden dieser Größe kommt uns 1997 NC1 bei diesem Flyby ungewöhnlich nahe“, erklärt Lance Benner vom Jet Propulsion Laboratory der NASA. „Der letzte nahe Vorbeiflug eines Asteroiden mit vergleichbarem oder größerem Durchmesser ereignete sich im Januar 2022.“

Auch für den aktuellen „Besucher“ ist dieser Vorbeiflug ein seltenes Ereignis: Er kommt der Erde näher als jemals zuvor in den letzten 400 Jahren. Die nächste Annäherung in vergleichbarem Abstand wird es für 1997 NC1 erst wieder im Jahr 2133 geben, wie Benner berichtet.

Auch für Hobby-Astronomen sichtbar

Hobby-Astronomen können den Vorbeiflug des Asteroiden 1997 NC1 mitverfolgen: Mit einer Magnitude von 10 ist er auch in kleineren Teleskopen als Lichtpunkt zu erkennen. „Von der Nordhalbkugel aus wird er nur während seiner Annäherung zu sehen sein“, erklärt die Europäische Weltraumagentur ESA in einem Factsheet zum Vorbeiflug. Nachdem der Asteroid seinen erdnächsten Punkt passiert hat, ist er dann nur noch von der Südhalbkugel aus zu beobachten.

Von umgebenden Sternen unterscheidet sich der Asteroid durch seine Bewegung: Weil er mit rund 32.000 Kilometern pro Stunde durch das All rast, bewegt sich sein Lichtpunkt vor dem Sternenhintergrund – schon fünf bis sieben Minuten Zeitabstand reichen, um diese Bewegung zu erkennen.

DSS26 und weitere

Die Deep-Space-Network-Anlage DSS26 gehört zu den Radioantennen des Goldstone-Komplexes in den USA. — © NASA/JPL-Caltech

Astronomen nehmen 1997 NC1 mit Radar ins Visier

Für Astronomen ist die nahe Passage von Asteroid 1997 NC1 eine perfekte Gelegenheit, mehr über diesen Brocken herauszufinden. Denn zu seinen Eigenschaften sind die Daten bislang spärlich. Astronomen haben den Asteroiden in den letzten knapp 30 Jahren mehrfach mit dem NEOWISE-Weltraumteleskop sowie den Infrarot-Optiken des Spitzer-Weltraumteleskops beobachtet. Aber diese Aufnahmen lieferten nur widersprüchliche Daten zu Größe und Albedo des Objekts.

„Wir planen daher, diese Widersprüche bezüglich Durchmesser, Spektralklasse und optischer Albedo mithilfe von Radarbeobachtungen zu klären“, sagt Benner. Er und seine Kollegen nehmen den Asteroiden mit zwei der Radaranlagen des Deep Space Network der NASA ins Visier. „Die 34-Meter-Antenne der Anlage DSS26 verwenden wir als Sender, die 34-Meter-Schüssel von DSS34 als Empfänger“, erklärt der Astronom. DSS26 gehört zum Komplex der Goldstone-Radioteleskope in den USA, DSS34 steht in Australien.

„Diese Beobachtungskonfiguration sollte uns an jedem Tag Detektionen erlauben und könnte sogar ausreichen, um ein zumindest grobes Bild des Asteroiden aufzunehmen“, sagt Benner.

Quelle: NASA Jet Propulsion Lanoratory, European Space Agency (ESA)

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