von MARTIN ANGLER
Beim Schippen von Sand und Erde sieht man Bill Gates nicht jeden Tag. Doch für den ersten Spatenstich seines neuen Nuklearreaktors ist der Softwarepionier im Sommer 2024 extra nach Wyoming gereist. Dort entsteht auf dem Gelände eines ehemaligen Kohlekraftwerks in den nächsten Jahren ein neuartiges, kleines Kernkraftwerk, das „Reaktor- und Energiespeichersystem Natrium“. Einmal fertiggestellt soll die Anlage ein vollständig funktionsfähiges Kraftwerk sein. Der Bau wird vier Milliarden US-Dollar verschlingen. Die Hälfte davon übernimmt das US-Energieministerium. Den Standort in dem 2.000-Seelen-Städtchen Kemmerer hat Gates’ Tech-Unternehmen TerraPower nicht zufällig ausgewählt. Dort gibt es bereits ein Kohlekraftwerk, das 2025 geschlossen wird. Deshalb liegen die nötigen Tests in puncto Bodenbeschaffenheit, Erdbebenrisiko und Grundwasser bereits vor. Das beschleunigt die Genehmigung und lässt den Bau schneller voranschreiten. Schon 2030 soll das Werk Energie produzieren. Ob das realistisch ist, muss sich zeigen, denn ein Blick in die Bauhistorie herkömmlicher Kernkraftwerke zeigt, dass die selten pünktlich fertig werden.





