Ein Fusionsreaktor soll Deuterium (schweren Wasserstoff) und Tritium (überschweren Wasserstoff) zu Helium verschmelzen – und das bei 100 Millionen Grad Celsius, aber nur 1 bis 10 Atmosphären Druck. Die schnellen Heliumkerne heizen das Gas weiter auf und halten den Prozess am Laufen – das Plasma ist gezündet, das Fusionsfeuer brennt und liefert Energie. Neben Helium entstehen auch schnelle Neutronen. Sie verlassen den Magnetkäfig, heizen das Kühlmittel in einem Wärmekreislauf auf und erzeugen via Turbogeneratoren Strom. Außerdem treffen die Neutronen auf das „Blanket”: einen Mantel aus Lithium, in dem durch Kernreaktionen das als Brennstoff benötigte Tritium erbrütet wird.
Gegenüber einem Kernkraftwerk hätten Fusionsreaktoren Vorteile: Die Brennstoffe sind praktisch unerschöpflich. Außerdem entstehen beim Betrieb weder Treibhausgase noch Giftstoffe. Und der Fusionsreaktor erzeugt keinen langlebigen Atommüll. Allerdings würden manche Bauteile im Betrieb radioaktiv und müssten bis zu 200 Jahre zwischengelagert werden. Ein GAU, wie er in einem KKW möglich ist, scheint ausgeschlossen: Ein Fusionsreaktor enthält zu jedem Zeitpunkt höchstens ein Gramm Brennstoff.




