Im Weltraum, so befürchteten Raumfahrt-Ingenieure seit langem, könnte die Coriolis-Kraft fatale Folgen haben: So könnte ein Astronaut in einem rotierenden Raumschiff aus Versehen den falschen Knopf drücken, weil die Coriolis-Kraft seinen Arm ein kleines Stück zur Seite zerrt. Diese Befürchtungen sind aber unbegründet, wiesen Lackner und DiZio jetzt mit Experimenten nach: Schon nach 15 bis 20 Versuchen hat sich das Gehirn auf die Ablenkung eingestellt und der Effekt wird kompensiert. Die Versuchspersonen fühlen die Kraft nicht einmal mehr.
In früheren Experimenten während der 60er Jahren waren Forscher zu dem Ergebnis gekommen, dass Menschen sich nur schwer auf die Coriolis-Kraft einstellen können. Lackner und DiZio untersuchten aber jetzt erstmals die Auswirkung auf zielgerichtete Bewegungen. Dabei funktionierte die Anpassung bis zu Drehzahlen von 25 Umdrehungen pro Minute überraschend gut.
Die Forscher vermuten, dass das Gehirn auch im täglichen Leben häufig mit Coriolis-Kräften zu tun hat, etwa, wenn man sich gleichzeitig umdreht und nach etwas greift, oder wenn man sich auf einem Bürostuhl dreht. Sie arbeiten jetzt an einem Trainigsprogramm, mit dem sich Astronauten auf den Wechsel in eine rotierende Umgebung und wieder zurück vorbereiten können.




