Mit diesem Kalender ergeben sich nun Einblicke in das Klima vor 50.000 Jahren – einem Zeitalter zwischen zwei Eiszeiten. Die uralten Jahresringbreiten ähnelten denen heutiger Jahresringkalender. Daraus schließen die Wissenschaftler, dass das Baumwachstum wahrscheinlich durch ähnliche äußere Faktoren beeinflusst wurde und daher das damalige Klima dem heutigen Klima sehr ähnlich war.
Während eines Jahres bildet ein Baum durch sein Dickenwachstum einen neuen Jahresring. Sein Wachstum wird während dieser Zeit durch das Klima und andere Faktoren beeinflusst, und das spiegelt sich in dem gebildeten Jahresring wieder. Daher können Wissenschaftler durch die Auswertung von Jahresringbreiten und der Jahresringstruktur Rückschlüsse auf das Klima in vergangenen Zeiten ziehen (siehe auch Newstickermeldung vom 15.02.2000). Wollen die Wissenschaftler beispielsweise wissen wie das Klima an einem Ort vor zweihundert Jahren war, können sie die Jahresringstruktur eines mindestens 200 Jahre alten Baumes untersuchen.
Um etwas über das Klima vor 500 Jahren zu erfahren, müssen Bäume untersucht werden, die schon zu dieser Zeit wuchsen. Irgendwann stößt man auf eine Zeitgrenze – das Höchstalter der Bäume – denn kein Baum wird beispielsweise 10.000 Jahre alt. Um so weit in die Vergangenheit blicken zu können, werten die Wissenschaftler die Jahresringbreiten von konserviertem Holz aus, das von Bäumen stammt, die schon vor Jahrhunderten gestorben sind. So reicht ein Jahresringkalender für den mitteleuropäischen Raum heute bis in das Jahr 8.000 vor Christus zurück.




