Die Baubranche befindet sich aktuell auf einem Höhenflug, den sie zuletzt in den goldenen Jahren des Wirtschaftswunders erlebte. Die monetäre Politik der EU ermöglicht es, hohe Quantitäten klassischer Einfamiliengebäude zu errichten. Andererseits steigen durch die Anforderungen einer sich ständig im Wandeln befindlichen Klimapolitik und sich ändernden Käuferinteressen auch nach wie vor die Anreize, echte Entwicklungsarbeit zu tätigen. So ergeben sich zwischen Bodenplatte und Giebel sehr viele Felder, in denen künftig unglaublich viel Evolutionäres, teilweise auch Revolutionäres Einzug halten wird und das im folgenden Roundup erläutert werden soll.
Mathematische Feinheit der Vergangenheit
Bislang ist es im Hausbau Usus, dass das unterste Glied dieser Kette, die Bodenplatte, aus stahlbewehrtem Beton bestehen muss. Ein tragendes Fundament, welches dafür sorgt, dass ein Haus über Jahrzehnte oder Jahrhunderte den Gewalten der Schwerkraft auf einem heterogenen Boden trotzen kann. Nun hat das architektonische Institut der ETH Zürich eine völlig neue Herangehensweise präsentiert: Fundamente, respektive Zwischendecken, ohne jegliche Armierung.
Die Stabilität wird dadurch erzielt, dass die Elemente wie dereinst gotische Gewölbe geformt und in sich durch computerberechnete Rippen versteift sind. Dadurch wird der größte Nachteil von Beton – die gegenüber der Druckfestigkeit um den Faktor zehn geringe Zugfestigkeit – praktisch negiert. Um die Kosten niedrig zu halten, die aus den hochkomplexen Gussformen entstehen, wurden für die Prototypen Elemente aus dem 3D-Drucker verwendet. Dies soll auch in Zukunft so geschehen und könnte so dafür sorgen, dass dereinst gewölbte (Keller)Decken als leichtes Stilelement zurückkehren.
Fertig in die Zukunft
Gerade die aktuelle Niedrigzinspolitik offenbarte, dass Fertighäuser, in welcher Bauweise sie auch hergestellt werden, mittlerweile eine treue Fangemeinde haben. Nicht nur, wie man vielleicht glauben könnte, aus monetären Gründen. Nein, sondern weil herstellerseitig viel getan wurde, um den altbekannten Kritikpunkten Herr zu werden.
Dies zeigt sich vor allem in etwas, das sich als „Vorwärts-Rückschritt“ bezeichnen lässt: Viele Fertiggebäude bestehen heute im Kern aus dem Naturmaterial Holz. Dies lässt sich in mehreren spezialisierten Bauweisen von der Skelett-artigen Holzständerbauweise bis zur Holzmassivbauweise sehr gut erkennen. Hier wurde viel Arbeit investiert, um diese Leichtbauform so zu optimieren, dass sie in ihrer Lebensdauer an klassische Massivbauten heranreicht.






