Bonner Informatiker haben eine Suchmaschine für Musikstücke entwickelt. Wem ein unbekannter Ohrwurm tagelang nicht aus den Ohren geht, der kann nun über ein angeschlossenes Keyboard daraus eine Tonfolge eingeben, und schon zeigt der Computer den Namen und den Komponisten des Stückes an.
Sie können das Prinzip mit der Volltextsuche einer Internet-Suchmaschine vergleichen, erklärt Michael Clausen von der Universität Bonn ? nur dass eben nach einer Folge von mindestens zehn Tönen gesucht wird. 12.000 Musikstücke sind in der Datenbank bislang gespeichert. Nächster Schritt soll nun die Tonerfassung über ein Mikrophon sein. Dann sind auch gesummte oder gepfiffene Suchanfragen möglich. Das Programm sieht auch über grobe Fehler im Rhythmus oder in der Tonhöhe hinweg, so dass es auch für weniger musikalische Nutzer geeignet ist, erläutert der Informatiker Frank Kurth.
Die Musikindustrie hat bereits reges Interesse an dem System gezeigt, berichtet sein Kollege Andreas Ribbrock gegenüber “bild der wissenschaft”. Die Suchmaschine könnte beispielsweise bei Musikhändlern im Internet den Verkauf ankurbeln. Auch soll die Maschine eingesetzt werden, um illegale Kopien von Musikstücken aufzuspüren.
Ulrich Dewald





