Moderne Sensorik hilft bei Wartung und Instandhaltung
Ein Beispiel: Ein Lebensmittelproduzent, der Convenience-Produkte herstellt, muss einige Zutaten unter ganz bestimmten Bedingungen lagern, weil sie beispielsweise gegenüber Feuchtigkeit oder der Temperatur empfindlich sind. Moderne Sensorik vereinfacht dies, denn damit lassen sich Daten über Feuchtigkeit oder Temperatur in den Lagerbehältern kontrollieren. Sind diese Sensoren in ein ERP-System integriert, können Nachbestellungen oder Wartungsprozesse bei Störungen ganz automatisch angestoßen werden. Zusammen mit Fertigungssteuerungssystemen ist es damit möglich, die Produktion zu optimieren. Moderne Sensorik hilft auch in anderen Branchen, die Prozesse zu optimieren.
Ein anderes Beispiel: In einer Papierfabrik sind am Gehäuse einer etwa 100 Meter langen Papiermaschine hunderte von Sensoren angebracht. Sie messen Temperatur und Vibration der Maschine. Die so ermittelten Werte sind Frühindikatoren, um Störungen zu erkennen. Sie helfen Überlastungen und Ausfälle zu vermeiden. Diese Daten können zusammen mit anderen Daten aus der Produktionssteuerung einem ERP dabei helfen, Wartungsprozesse automatisch zu starten, wenn die Situation kritisch wird.
Nachträgliche Vernetzung
In normalen Produktionsanlagen kommen die ermittelten Messwerte nur intern auf Steuerungsebene zum Einsatz. Es erfolgen weder Speicherung noch Weiterleitung nach außen. Für ein eventuell vorhandenes ERP-System sind die Daten nicht verfügbar. Neuere Systeme verarbeiten fertigungsrelevante Daten, doch selten sind sie integriert in ERP-Anwendungen. Technologien für das IIoT bieten hier Lösungen. Industriesteuerungen sind nachträglich mithilfe kleiner IoT-Module aufrüstbar. Sie erfassen Messwerte, digitalisieren und verschlüsseln diese. Per Funk gelangen die Messwerte dann an ein Gateway, das per Internet mit einer zentralen Plattform in der Cloud verbunden ist. Hier kommt meist Kurzstreckenfunk im Bandbereich von 868 Megahertz zum Einsatz, damit alle Funkverbindungen ohne Kollisionen nebeneinander funktionieren können.
Auch lange bewährte Maschinen integrierbar
In der Praxis binden die Unternehmen nicht nur sehr moderne Maschinen in die digitalen Prozesse ein, sondern auch lange bewährte Maschinen. Das macht das Thema Nachrüstung, auch Retrofit genannt, sehr wichtig. Mit Retrofit lassen sich einzelne IoT-Funktionen in bestehende Anlagen integrieren. Nachträglich angebrachte, notwendige Sensoren werden dann mit den entsprechenden IoT-Modulen verbunden. Diese sogenannten Sensorboxen erheben viele verschiedene Daten, wie Beschleunigung, Bewegung, Feuchtigkeit, Helligkeit, Lautstärke, Temperatur und Vibration. Dabei ist es auch möglich Relais und Kontakte aktiv anzusteuern, auch wenn diese nicht von Anfang an über die entsprechenden Schnittstellen verfügen.





