von RAINER KURLEMANN
Es ist ein Traum für Verfahrensingenieure: Man stelle eine Schale bei warmen Sommertemperaturen in einen dunklen Raum – und fünf bis sechs Tage später ist sie prall gefüllt. Das natürliche Material in ihrem Inneren ist von selbst in die vorgegebene Form gewachsen. Es ist ein Pilz – er erreicht jede Ecke, schmiegt sich dicht an den Rand der Schale. Zeit für die Ernte: Form und Inhalt kommen in einen Ofen, wo sie bei 70 Grad Celsius trocknen. Die Hitze stoppt das Wachstum des Pilzes und festigt seine Struktur. Fertig ist der neue Werkstoff. Das passgenaue Material lässt sich aus der Kapsel nehmen, in der es gewachsen ist, wie ein Brot aus einer Backform.





