Einer der stärksten Laser der Welt entsteht derzeit in Jena. Die nach einem neuen Konzept konstruierte Maschine soll ein Petawatt (eine Billiarde Watt) Leistung erzeugen – zehn Mal mehr als die stärksten Forschungslaser gegenwärtig erreichen, teilte die Universität Jena am Montag mit. Das Team um Prof. Roland Sauerbrey vom Institut für Optik und Quantenelektronik will den Superlaser in etwa vier Jahren in Betrieb nehmen.
Im Endausbau sollen im Jenaer Laser 4.500 Laserdioden parallel eingesetzt werden, von denen jede einzelne etwa 100.000 Mal stärker ist als der Laser im heimischen CD-Spieler. Die Jenoptik AG hat diese weltweit stärksten Laserdioden für Sauerbreys Projekt konstruiert und fertigt sie für den Weltmarkt. Die Energie der Laserdioden wird in einem speziellen Lasermedium gespeichert und in einem ultrakurzen Blitz von etwa 150 Billiardstel Sekunden (Femtosekunden) ausgestrahlt.
Der Petawatt-Laser wird ein etwa 200 Quadratmeter großes Labor füllen und ist damit vergleichsweise klein und kompakt. Andere Hochleistungslaser benötigen zum Teil eigene Gebäude bis zur Größe eines Fußballfeldes.
Der Superlaser soll neue Radioisotope für die medizinische Strahlendiagnostik und -therapie erzeugen. Mit seiner Hilfe könnten auch hochgefährliche Giftstoffe wie Atommüll in ungefährliche Varianten umgewandelt werden. Das Thüringer Wissenschaftsministerium fördert den Jenaer Petawatt-Laser mit mehreren Millionen Mark. An vergleichbaren Projekten arbeiten weltweit etwa ein halbes Dutzend Institute, darunter auch die Gesellschaft für Schwerionenforschung in Darmstadt.
dpa