Die Helligkeit dieser Blitze erlaubte es den Wissenschaftlern nun, die Energie der sie verursachenden Neutrinos zu bestimmen. Auf diese Weise konnten Elektron-Antineutrinos nachgewiesen werden, die durch den radioaktiven Betazerfall von Uran-238 und Thorium-232 im Erdmantel erzeugt worden waren.
Da Neutrinos keine elektromagnetischen Wechselwirkungen mit gewöhnlicher Materie eingehen und zudem eine extrem kleine Masse aufweisen, konnten die Forscher nur etwa ein im Erdinnern erzeugtes Neutrino pro Monat nachweisen. Dennoch reichte dies aus, um die durch den radiaktiven Zerfall von Uran und Thorium erzeugte Wärme im Erdmantel abzuschätzen.
Die Forscher hoffen, dass ihre Ergebnisse zu einem erweiterten Verständnis der Plattentektonik beitragen werden. Ein weiteres Ziel dieser Forschung ist es herauszufinden, ob sich künstlich erzeugte Neutrinostrahlen für die Erforschung der Struktur des Erdballs eignen.
Nature, Band 436, Seite 499




