bild der wissenschaft: Bedeutet der Abschied der Kirch Gruppe von der d-box den Durchbruch für MHP? Lütteke: Das Zusammengehen aller öffentlich rechtlichen und privaten Rundfunkveranstalter, Free-TV und Pay-TV auf der Basis von MHP und der gleichzeitige Abschied von der d-box bedeutet den Durchbruch für MHP und digitales Fernsehen überhaupt. bdw: Die regionalen Kabelnetzbetreiber wollen doch aber ohne MHP auskommen. Lütteke: Rundfunkveranstalter und Endgeräteindustrie haben sich klar zu MHP bekannt. Die Kabelnetzbetreiber werden sich den Entscheidungen der ganzen Rundfunkwelt kaum entziehen können. bdw: Wann kommen die ersten MHP-Boxen und was kosten sie? Lütteke: Erste MHP-Geräte kommen jetzt auf den Markt. Richtig losgehen wird es aber erst im Frühjahr oder Sommer. Dann wird es auch die passenden Anwendungen und Inhalte geben. Abhängig von der Ausstattung kosten die Settop-Boxen zwischen 350 und 500 Euro. bdw: Was hat der Zuschauer von MHP? Lütteke: Mit MHP wird das Fernsehen viele neuartige interaktive Anwendungen bekommen. Sie können informativer Art sein, etwa ein deutlich verbesserter Teletext, der attraktiv wie die besten Internetseiten gestaltet ist. Zudem wird es Zusatzanwendungen und Hintergrundinfos zu laufenden Programmen geben: Zuschauerbefragungen und -abstimmungen, Sportergebnisse, Statistiken und so weiter. Der Wettbewerb unter den Dienstebetreibern und Anwendungsentwicklern wird Dinge hervorbringen, an die wir heute noch gar nicht denken. bdw: Was bedeutet MHP für den Wettbewerb? Lütteke: MHP sorgt endlich für freien Wettbewerb. Die Beziehungen zwischen Programm-Machern, Herstellern von Settop-Boxen und den Kabel- und Satellitennetz-Betreibern werden völlig neu geknüpft.
Bildunterschrift Georg Lütteke von Philips ist Leiter der Arbeitsgruppe Markteinführung MHP der Deutschen TV-Plattform. Von seinen Kollegen wird Lütteke „Mister MHP” genannt.
Ralf Butscher





