Wolkenkratzer könnten in Zukunft ihre eigenen Windkraftwerke besitzen und somit einen Teil des von ihnen benötigten Stromes selbst erzeugen. Britische Forscher haben dazu ein Konzept eines Hochhauses mit integrierten Windkraftturbinen vorgestellt. Darüber berichtet das Wissenschaftsmagazin New Scientist.
Die Forscher des Rutherford Appleton Laboratoriums für Energieforschung in Großbritannien wollen die Windkraftturbinen zwischen aerodynamisch gebauten Türmen zukünftiger Wolkenkratzer zum Einsatz bringen. Die ersten Modellversuche setzen Turbinen mit einem Durchmesser von sieben Metern ein, versprechen eine hohe Effizienz in der Stromerzeugung und Vorteile gegenüber auf Solarzellen basierenden Vorschlägen.
Nach einer Aussage der Projektleiterin Sinisa Stankovic könnten auf diese Weise mindestens 20 Prozent der zur Betreibung eines typischen Bürohochhauses nötigen Energie vor Ort erzeugt werden. Die Windkraftanlagen würden zudem nur ein Fünftel der Kosten eines Solarkraftwerkes derselben Leistung aufweisen und etwa ein Zehntel weniger Raum beanspruchen.
Ingenieure der Universität Stuttgart haben in Zusammenarbeit mit dem britischen Team einen ersten Designvorschlag für ein 200 Meter hohes Hochhaus mit Windkraftturbinen erstellt. Die insgesamt drei Turbinen hätten einen Durchmesser von jeweils 30 Metern und würden durch eine spezielle geschwungene Bauweise der Türme effizient mit Wind versorgt werden. Nach Aussagen der Ingenieure würde das Windkraftwerk nur einen Bruchteil der zum Bau des Hochhauses benötigten Kosten ausmachen.
Stefan Maier





