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Heute Abend: Jupiter trifft Venus
Astronomie & Physik

Heute Abend: Jupiter trifft Venus

Heute Abend kommen sich Venus und Jupiter am Himmel besonders nah – sie bilden ein hell leuchtendes Paar. · Foto: Sky & Telescope / Stellarium

Rendezvous bei Sonnenuntergang: Die beiden hellsten Planeten an unserem Himmel, Jupiter und Venus, kommen sich heute Abend besonders nahe. Kurz nach Sonnenuntergang stehen beide Planeten nur 1,6 Grad voneinander entfernt am Himmel – weniger als einen Finger breit bei ausgestrecktem Arm. Die beiden hellen Lichtpunkte über dem westlichen Horizont sind auch mit bloßem Auge nicht zu übersehen und überstrahlen alle Sterne. Eine solche Konjunktion ist zwar nicht selten, aber diesmal ein besonders schönes Schauspiel.
Autor
Nadja Podbregar
09. Juni 2026
Lesezeit
3 Minuten
Rubrik
Astronomie & Physik

Die beiden Planeten Jupiter und Venus gehören zu den prominentesten Objekten am Himmel. Beide sind so hell, dass sie die Sterne überstrahlen und selbst in der Dämmerung gut sichtbar sind. Immer wieder kommt es dabei vor, dass sich diese beiden eigentlich weit voneinander entfernten Planeten am Himmel scheinbar sehr nahe kommen: Weil die Venus, unser innerer Nachbarplanet, viel schneller um die Sonne kreist als der jenseits des Mars kreisende Jupiter, zieht sie am Himmel rund alle zehn bis fünfzehn Monate nah an ihm vorbei – es kommt zu einer Planetenkonjunktion.

Im Altertum galten solche Planetenkonjunktionen oft als Omen, als göttliche Anzeiger für besondere Ereignisse. Auch der biblische „Stern von Bethlehem“ könnte nach Ansicht einiger Astronomen eine solche Konjunktion gewesen sein.

Himmelskarte
Position von Jupiter und Venus am Abendhimmel des 9. Juni 2026. © Sky & Telescope

Jupiter und Venus bilden ein Paar

Heute Abend ist es wieder so weit: Jupiter und Venus kommen sich am Abendhimmel sehr nahe. Nachdem sie sich schon einige Tage lang angenähert haben, werden sie nach Sonnenuntergang nur noch 1,6 Grad voneinander entfernt am westlichen Himmel stehen. Die beiden hellen Planeten stehen rund 45 Minuten nach Sonnenuntergang links von Castor und Pollux, den beiden hellen Kopfsternen des Sternbilds Zwillinge. Die Venus befindet sich dabei rechts oberhalb des Jupiters.

Obwohl beide Planeten bei ihrem Rendezvous am Himmel fast gleich groß erscheinen, sind sie es in Wirklichkeit nicht: Jupiter ist rund zehnmal so groß wie die Erde, die Venus etwas kleiner als unser Heimatplanet. Weil diese aber zurzeit „nur“ rund 180 Millionen Kilometer von uns entfernt steht, der Jupiter aber rund 900 Millionen Kilometer, erscheint der Gasriese kaum größer als die Venus. Hinzu kommt: Ihre größere Nähe zur Sonne und die stark reflektierende Wolkendecke verleihen der Venus zusätzliche Helligkeit, sodass sie am Himmel deutlich heller erscheint als der ferne Jupiter.

Die hellen Lichtpunkte von Jupiter und Venus sind am Abendhimmel auch mit bloßem Auge prominent sichtbar. Mit einem kleinen Teleskop lassen sich auch drei der vier großen Jupitermonde erkennen: der innerste Mond Io, sowie auf der anderen Seite des Jupiters Europa und Callisto.

Merkur und die Mondsichel als Begleiter

Doch Jupiter und Venus sind nicht allein: Rechts unterhalb der beiden eng beieinanderstehenden Planeten steht auch der innerste Planet Merkur am Abendhimmel. Er ist etwa ab 21:30 Uhr schräg rechts unterhalb von Venus und Jupiter tief über dem Nordwest-Horizont als Lichtpunkt zu sehen, geht aber schon rund eine Stunde später wieder unter. In der Zeit vom 16. bis 18. Juni wird sich noch ein weiterer Himmelskörper zu diesem Trio gesellen: Die schmale Mondsichel zieht an diesen Abenden nah an den Planeten vorbei – ein besonders schöner Anblick.

Jupiter und Venus bewegen sich ab dem 9. Juni wieder allmählich voneinander weg, Jupiter sinkt dabei immer tiefer zum Horizont, die Venus steigt dagegen höher auf und wird den Rest des Sommers ein prominenter „Abendstern“ bleiben. Beide Planeten sind aber noch bis Mitte des Monats relativ nah beieinander zu sehen.

Quelle: Sky & Telescope, NASA

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