Dank Internet und E-Mail können totalitäre oder diktatorische Staaten ihre Bürger längst nicht mehr so vom Rest der Welt abschotten wie noch vor wenigen Jahrzehnten. Dennoch gibt es bisher immer noch die Möglichkeit, bei den zur Verfügung stehenden Browsern dafür zu sorgen, dass die Bürger nicht alles lesen können, was sie lesen möchten. Hier will die Hacker-Gruppe Cult of the Dead Cow (cDc) Abhilfe schaffen, berichtet BBC.
Die Gruppe “Cult of the Dead Cow”, die kürzlich mit Hilfe ihres Programms “Back Orifice” Sicherheitslücken in Microsoft-Produkten aufgedeckt hat, entwickelt derzeit einen Browser, der ähnlich wie die Musiktauschbörse Gnutella arbeitet: Anders als bei Napster wird der Datenaustausch bei Gnutella nicht über einen zentralen Rechner koordiniert, sondern es gibt ein Tausch-Programm, das sich auf den Computern der Nutzer befindet. Durch das so genannte Peer-to-Peer-Netzwerk, das keinen zentralen Server hat und stattdessen alle Geräte im System für die Bereitstellung von Daten nutzt, wird die Strafverfolgung erschwert, da kein einzelner Server-Betreiber zur Verantwortung gezogen werden kann.
Bei dem neuen Browser namens Peekabooty können Mitglieder darum bitten, dass bestimmte Dokumente oder Dateien in das Netzwerk eingespeist werden. Wenn die Datei dann im Peekabooty-System auftaucht, wird sie dort komprimiert, verschlüsselt und an den Rechner gesendet, der die Anfrage gestartet hatte. Gerade die systematische Verschlüsselung übermittelter Dateien könnte die Versuche von Sicherheitsbehörden, elektronische Kommunikation transparent zu machen, scheitern lassen. Aber nicht nur die Polit- und Sittenwächter in der Welt könnte der neue Browser ärgern. Auch die Musik- und Filmindustrie dürfte sich um entgehenden Profit Gedanken machen.
Peekabooty soll im Juli auf dem Hacker-Treffen DefCon in Las Vegas vorgestellt werden.
Doris Marszk