Die Methode für die perfekte Ampelschaltung will ein belgischer Wissenschaftler gefunden haben: Indem jede einzelne Ampel registriert, wie viele Autos wie lange vor ihr warten, und entsprechend auf Grün schaltet, soll der Verkehr insgesamt besonders effizient fließen. Das Ampelsystem passt sich damit den jeweiligen Verkehrsbedingungen an und findet die optimale Schaltsequenz, berichtet der Online-Dienst des britischen Wissenschaftsblatts Nature. Ein einzelner Autofahrer löst dabei zwar keine Grüne Welle aus, aber mehrere Fahrzeuge zusammen zwingen die Ampel, von Rot auf Grün zu schalten.
Das System ist weit flexibler als eine fixe Ampelschaltung, die in allen Situationen starr an ihren Rhythmus gebunden ist, sagt Carlos Gershenson von der Freien Universität Brüssel. Es gibt bereits Ansätze, mit denen versucht wird, Ampelschaltungen anpassungsfähiger und den Verkehr flüssiger zu gestalten. Dazu sind bisher sehr teure und aufwändige Computersysteme nötig, über die viele Ampeln mit einem zentralen Rechner verbunden werden. Gershensons Methode ist viel einfacher: Jede Ampel reagiert für sich auf die jeweiligen Bedingungen.
Ampeln, die genau das können, existieren bereits. Bislang finden sie jedoch nur Einsatz an abgelegeneren Kreuzungen mit wenig Verkehr und nicht in Ballungsbieten mit hohem Verkehrsaufkommen. Doch auch der Stadtverkehr kann davon profitieren, auch wenn die Vorteile dort nicht so groß sind, hat Gershenson in Computersimulationen gezeigt. Der Forscher verglich zwei starre Ampelschaltungen mit zwei anpassungsfähigen Modellen, in der das System auf Grün stellt, wenn eine bestimmte Anzahl Fahrzeuge vor einer Ampel warten oder eine bestimmte Zeit überschritten ist.
Die flexiblen Systeme erwiesen sich außerhalb von Großstädten als etwa 30 Prozent effektiver als feste Rhythmen. Eine angepasste Ampelschaltung, bei der zwischen dem Wechsel von Rot auf Grün und umgekehrt ein Minimum an Zeit verstreichen muss, funktionierte sowohl bei niedriger als auch bei hoher Verkehrsdichte und scheint damit die beste Möglichkeit überhaupt zu sein.
ddp/bdw – Cornelia Dick-Pfaff