Die meisten derzeit am Markt befindlichen antimikrobiellen Kleidungsstücke verdanken ihren Effekt Silberionen, die in den Fasern stecken. Diese geladenen Silberteilchen machen Bakterien den Garaus – so entsteht die antimikrobielle Wirkung. Das Edelmetall ist für seine gute Verträglichkeit bekannt und löst nur sehr selten Allergien aus. “Silberschmuck gibt beispielsweise schon wesentlich mehr Silberionen ab, als es bei den Textilien der Fall ist”, erklärt Helmut Mucha, einer der beteiligten Wissenschaftler. Dennoch seien Verbraucher gegenüber antibakterieller Kleidung bislang skeptisch, berichten die Hohenstein Institute. Hinzu komme, dass die Frage nach der Produktsicherheit, speziell im Hinblick auf eine mögliche Beeinträchtigung der Hautflora und des Mikroklimas der Haut, bisher wissenschaftlich nicht untersucht wurden. Diesen Sachverhalt sollte die aktuelle Studie klären.
An der Studie nahmen insgesamt 60 gesunde Personen teil. Zur Durchführung wurden spezielle T-Shirts gefertigt, die auf einer Seite die antibakteriellen Fasern besaßen, während die andere Hälfte als Kontrolle diente. Die Probanden trugen diese Shirts über einen Zeitraum von vier Wochen täglich mindestens acht Stunden. Wöchentlich untersuchten die Wissenschaftler dabei verschiedene Parameter der Mikroorganismen auf der Haut und des Mikroklimas. Darunter versteht man die dünne Schicht zwischen Hautoberfläche und der Textilinnenseite, in der sich ein bestimmter Feuchtigkeitsgehalt sowie ein Luftströmungssystem und eine eigene Temperatur einstellen.
Den Forschern zufolge zeigten die Untersuchungen keinen Unterschied zwischen den Ergebnissen beider Shirt-Hälften: Die Hautflora sowie des Mikroklima blieben unter dem silberhaltigen Stoff unverändert. Die Wissenschaftler sehen damit keinen Grund zur Sorge, antimikrobielle Kleidung könne negative Nebenwirkungen hervorrufen.





