Der deutschlandweit erste Großversuch mit kompostierbarer Verpackung soll Ende März in Kassel beginnen. Ein Jahr lang sollen möglichst viele Geschäfte kompostierbare Tragetaschen und Lebensmittelverpackungen verwenden, sagte Projektleiter Martin Lichtl am Mittwoch. Mehrere Supermarktketten hätten bereits zugesagt, bestimmte Produkte für die Dauer des Experiments in den aus Kartoffel- oder Maisstärke gewonnenen Verpackungen abfüllen zu lassen. Aus dem kompostierbaren Material könnten Schalen und Folien für Obst und Fleisch oder Joghurt-Becher gefertigt werden.
Ziel des Versuches sei es zu prüfen, ob Kunden die kompostierbare Verpackung akzeptieren und ob es dem Handel gelinge, die neu verpackten Produkte zu vermarkten. Das von der Universität Weimar begleitete Pilotprojekt soll zudem zeigen, ob die kompostierbaren Verpackungen über die Biotonne gesammelt und mit herkömmlichen Bioabfällen schadlos verwertet werden können. Finanziert werde das Experiment mit Unterstützung des Bundeslandwirtschaftsministeriums, das den Markttest angeregt hat. Ob die umweltschonend verpackten Waren die Kasseler Kunden mehr kosten werden, war noch nicht bekannt.
Der Großversuch in Zusammenarbeit mit dem örtlichen Einzelhandel soll sich auf das gesamte Kasseler Stadtgebiet mit knapp 200 000 Einwohnern erstrecken.
dpa





