Ob Australotitan, Argentinosaurus oder Dreadnoughtus: Die Titanosaurier gehören zu den größten und schwersten Landtieren, die je auf der Erde gelebt haben. Typisch für diese oft mehr als 20 Meter langen und bis zu 60 Tonnen schweren Dinosaurier waren ein massiger, tonnenförmiger Körper mit langem Schwanz und Hals sowie ein kleiner Kopf. Wie alle Sauropoden waren auch die Titanosaurier Pflanzenfresser. Sie kamen vom späten Jurazeitalter vor rund 150 Millionen Jahren bis zum Ende der Kreidezeit vor und waren nahezu weltweit verbreitet.

27 Meter lang und 27 Tonnen schwer
Jetzt gibt es einen Neuzugang unter den Urzeit-Titanen: Nagatitan chaiyaphumensis. Die 100 bis 120 Millionen Jahre alten Fossilien dieser neuen Titanosaurier-Art waren schon vor rund zehn Jahren am Rand eines Tümpels im Nordosten Thailands gefunden worden. Unter ihnen waren Wirbelknochen, Rippen, Hüftknochen und einige Beinknochen, darunter der 1,78 Meter lange Oberschenkelknochen des Dinosauriers. Schon erste Untersuchungen legten nahe, dass es sich um die Knochen eines großen Sauropoden handeln musste.
Jetzt haben Paläontologen um Thitiwoot Sethapanichsakul vom University College London die Analyse dieses Fossils abgeschlossen. Demnach war der Nagatitan zu Lebzeiten rund 27 Meter lang und rund 27 Tonnen schwer. „Damit ist Nagatitan zurzeit der größte bekannte Titanosaurier Südostasiens“, berichten die Paläontologen. Sie vermuten, dass diese Dinosaurier von einem Anstieg der Temperaturen in der frühen Kreidezeit und dem Wandel der Landschaft vom Regenwald zur Savanne profitierten. Dadurch legten die Titanosaurier damals im Vergleich zu ihren älteren Verwandten noch einmal an Größe zu.
„Der letzte Titan Thailands“
Der neu entdeckte Nagatitan lebte in einem Gebiet, in dem ein mäandrierender Fluss die halbtrockene Savannenlandschaft durchquerte. Der Fluss lieferte genug Wasser für die Vegetation und damit die Nahrung des gigantischen Sauropoden, gleichzeitig war er Lebensraum für Fische, Krokodile und Süßwasserhaie, wie weitere Fossilfunde verraten. Allerdings blieb diese Landschaft nicht lange erhalten: In der späten Kreidezeit überflutete das Meer diese Region.






