Grasdächer und Lehmwände können die als Elektrosmog bezeichnete Strahlung von Mobilfunksendeanlagen fast vollständig abschirmen. Das haben am Dienstag veröffentlichte Messungen von Wissenschaftlern der Universität Kassel ergeben.
Ein Lehmgewölbe mit Grasdach dämpfe die von vielen Menschen als gesundheitsschädlich gefürchtete Strahlung um mehr als 99 Prozent, ermittelten die Forscher. Ein herkömmliches Ziegeldach halte dagegen nur rund 50 Prozent der elektromagnetischen Wellen ab. Das gelte sowohl für die derzeit genutzten Handy-Frequenzen als auch für die höheren UMTS-Frequenzen der kommenden Mobilfunkgeneration.
Nach Auskunft des Bundesamts für Strahlenschutz gibt es derzeit keine wissenschaftlich fundierten Erkenntnisse dafür, dass es bei Einhaltung der gesetzlichen Grenzwerte zu Gesundheitsschäden kommt. Die Strahlenschützer raten aber dennoch, Mobilfunksender vorsorglich nicht in der unmittelbaren Nähe von Schulen, Krankenhäusern oder Kindergärten aufzustellen.
Herkömmliche Fenster könnten nach Angaben der Kasseler Wissenschaftler mit einer modernen Wärmedämmverglasung das Eindringen der Strahlung vermindern. Für Dachfenster empfehlen die Wissenschaftler reflektierende Sonnenrollos. Türöffnungen sollten für eine optimale Abschirmung nicht auf Sendemasten ausgerichtet oder die Türen andernfalls metallisch beschichtet sein. Eine Abschirmung gegen Strahlung von außen sei nur dann wirkungsvoll, wenn sich die Hausbewohner im Inneren nicht den hochfrequenten Wellen eines schnurlosen Telefons nach dem modernen DECT-Standard aussetzten, betonten die Forscher.
dpa





