Mithilfe von Spinnenfäden wollen amerikanische Forscher Glasfasern herstellen, die 50.000 Mal dünner als das menschliche Haar sind. Herkömmliche Fasern haben einen etwa zwölf Mal so großen Durchmesser, berichtet das Fachmagazin New Scientist (Ausgabe vom 22. März). Solche ultradünnen Fasern ermöglichen schnelle optische Schaltkreise und könnten die Auflösung optischer Mikroskope wesentlich erhöhen.
Yushan Yan und seine Kollegen von der Universität in Riverside tauchten einen ein Zentimeter langen Spinnenfaden einer Seidenspinne aus Madagaskar immer wieder in eine Lösung einer bestimmten Siliziumverbindung ein, ließen das Silikat antrocknen und brannten es bei 420 Grad Celsius. Durch die Hitze verbrannte der Faden und der Silikatmantel um den Faden schrumpfte auf ein Fünftel seines Durchmessers. Dabei entstand eine hohle Siliziumröhre mit nur einem Tausendstel Millimeter Durchmesser.
Nun wollen die Forscher den dünnsten aller Spinnenfäden benutzen, um Fasern mit noch kleinerem Durchmesser herzustellen. Er stammt von einer so genannten Röhrenspinne, die im Mittleren Osten und in Südasien beheimatet ist. Ihr Faden ist mindestens hundert Mal so dünn wie der der Spinne aus Madagaskar. Mit ihm will Yan Fasern erzeugen, die nur noch zwei Nanometer Durchmesser haben, also 50.000 Mal dünner sind als ein menschliches Haar.
Einen Fortschritt könnten die dünnen Glasfasern beispielsweise für die optische Nahfeldmikroskopie bringen. Diese Art der Mikroskopie benutzen Biologen, um besonders kleine Strukturen wie etwa Viren sehen zu können, ohne dabei die Proben wie bei der Elektronenmikroskopie zerstören zu müssen. Die Glasfasern in Nahfeldmikroskopen werden als Linsen verwendet und haben einen Durchmesser von etwa hundert Nanometer. Diese Mikroskope könnten durch dünnere Glasfasern verbessert werden.
ddp/bdw ? Birgit Schätz





