Riesige Datenmengen werden ständig über das Internet rund um den Globus transportiert oder in aufwendigen Simulationen verarbeitet, beispielsweise zur Wetter- und Klimaentwicklung oder für die Entwicklung neuer Produkte. Sie machen immer leistungsfähigere Rechnersysteme erforderlich. Um der wachsenden Datenflut Herr zu werden, entwickeln Physiker und Ingenieure immer kleinere mikroelektronische Bauteile. Künftig sollen sogar einzelne Atome als Datenspeicher und Rechenwerke in Quantencomputern verwendet werden. Das sind neuartige Superrechner, die auf quantenmechanischen Phänomenen basieren – etwa der Eigenschaft von Atomen und Lichtteilchen, mehrere unterschiedliche Zustände gleichzeitig annehmen zu können.
Wie sich diese Quantenphänomene für die Informationstechnologie nutzen lassen, erforscht Arno Rauschenbeutel am Institut für Angewandte Physik der Universität Bonn. Für diese Arbeiten wurde der 35-jährige Physiker jetzt mit dem European Young Investigators Award (EURYI) ausgezeichnet. Der mit immerhin 1,25 Millionen Euro dotierte Preis wird von der European Science Foundation – einer europäischen Stiftung zur Förderung von Wissenschaft und Forschung mit Sitz in Straßburg – jährlich an 25 herausragende Nachwuchswissenschaftler aus Europa vergeben.
Rauschenbeutel, der in Deutschland, England und Frankreich studierte und 2001 an der Ecole Normale Supérieure in Paris seinen Doktortitel erworben hat, will mit dem Preisgeld in den nächsten Jahren eine neue Arbeitsgruppe aufbauen. Sein Ziel ist, mit seinem Team neuartige quantenoptische Bausteine zu entwickeln, die aus wenigen, auf der Oberfläche von ultradünnen Glasfasern angebrachten Atomen bestehen. Damit soll es möglich sein, Daten auf sehr kleinem Raum quantenmechanisch zu speichern, zu verarbeiten und sie über die Glasfasern per Lichtstrahl an beliebig weit entfernte Orte zu übertragen.





