Was Kleinkinder trocken hält, soll künftig Menschen zu Trinkwasser verhelfen. Denn Manfred Wilhelm und Johannes Höpfner vom Institut für Technische Chemie und Polymerchemie des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) haben ein neuartiges Filterverfahren entwickelt, das das Prinzip einer Windel nutzt: Der Filter enthält quellfähige Kunststoff-Partikel – ein „ Hydrogel”, das aus kugelförmigen vernetzten Polymeren besteht. Sie können das Hundertfache ihrer Masse an Wasser aufnehmen – und dabei Salz aus Meerwasser entfernen. Entscheidend dabei sind elektrisch geladene Molekül-Gruppen, die im Wasser gelöste Salze beim Eindringen in das Gel zurückhalten. Wird der aufgequollene Absorber ausgepresst, ist das austretende Wasser viel salzärmer als zuvor. Die KIT-Forscher wollen das Verfahren nun soweit verfeinern, dass sich Meerwasser bis auf ein trinkbares Niveau entsalzen lässt.





