Um die Ereignisse im jungen Sonnensystem zu rekonstruieren, verwenden Planetenforscher unterschiedliche radioaktive Uhren, die damals aktiv waren. Der solare Urnebel enthielt nämlich zahlreiche radioaktive Elemente mit kurzer Halbwertsdauer, die bei einer Supernova-Explosion entstanden waren.
Dauphas und Pourmand nutzten jetzt die Hafnium-Wolfram-Uhr, um die Mars-Geburt zu datieren. Sie mussten allerdings einige Tricks anwenden, um die nötigen Isotopenverhältnisse zu bestimmen. Einige Daten lieferten ihnen Meteoriten vom Mars, die auf die Erde gefallen sind. Für andere Daten analysierten sie Isotopenverhältnisse in besonders primitiven Meteoriten, den sogenannten Chondriten.
Ihr Ergebnis zeigt, dass der Mars extrem schnell fertig war, schon nach nach zwei bis vier Millionen Jahren. Damals hatte sich der Urnebel, der die junge Sonne umgab, noch nicht verzogen. Der rote Planet wurde sozusagen mitten hinein in eine Trümmerscheibe geboren. Die Mutterkörper der primitiven Chondriten bildeten sich teilweise sogar noch später als der Mars. “Mars stieß nie mit anderen Planeten-Embryos zusammen, um zu einem ausgewachsenen Planeten wie die Erde zu werden”, sagt Dauphas.




