von CHRISTIAN BERNHART
Als die rund 300 Bewohner des Dorfes Blatten im Walliser Lötschental am 20. Mai 2025 ihre Häuser verlassen mussten, hofften sie neun Tage lang, die Katastrophe möge an ihrem Heimatort vorübergehen. Sie setzten darauf, dass das Kleine Nesthorn – ein 3341 Meter hoher Berg über Blatten – Stück für Stück abbröckelt und das schmucke Dorf weitgehend verschont. Doch diese Hoffnung war vergeblich: Am Mittwoch, den 28. Mai, donnerten sechs Millionen Kubikmeter Geröll, Felsen und ausgerissene Bäume sowie drei Millionen Kubikmeter Schnee und Eis über die Ortschaft im Tal hinweg und begruben sie unter einem riesigen Kegel von teils 100 Meter Höhe. Doch obwohl ihr Hab und Gut völlig zerstört wurde, kamen außer einem Mann alle Bewohner von Blatten heil davon – dank der rechtzeitig eingeleiteten Evakuierung des Dorfes.





