Die paläomagnetische Methode ist sowohl angesichts des Alters als auch der geologischen Beschaffenheit der Fundstätte die beste Wahl. “Karbondatierung ist nur gut für einen Zeitraum bis zu 50.000 Jahren und hängt von der Verfügbarkeit von genügend Kohlenstoff und anderem organischem Material ab”, erläutert Levi. “Die Kalium-Argon-Datierung reicht zwar für einen Zeitraum zwischen 10.000 und 1 Milliarde Jahren, je nach Gestein, aber diese Methode erfordert vulkanisches Material, wie Lava-Flüsse oder vulkanische Asche. Da es in Erk-el-Ahmar kein vulkanisches Material gibt und sein Alter den Zeit-Bereich der Karbon-Datierung bei weitem übersteigt, kann keine dieser beiden Methoden genutzt werden. Paläomagnetismus zeigt hier einen dritten Weg.”
Die These von Levi und Ron unterstützt die so genannte Out-of-Africa-Hypothese, derzufolge die Wiege der Menschheit nur in Afrika stand und der Mensch von hier aus in die Welt gezogen ist. Der Beginn der menschlichen Evolution wird von den meisten Wissenschaftlern auf das späte Miozän oder frühe Pliozän eingegrenzt ? also vor vier bis fünf Millionen Jahren. Weniger einig ist man sich hingegen bei der Frage, wann der Mensch Afrika verlassen hat. Als eine der ältesten Stätten galt bisher die Ubeidiya-Formation in der Nähe des Sees von Genezareth. Diese Stätte ist auf 1,4 Millionen Jahre datiert worden. Somit hat Erk-el-Ahmar gute Chancen, tatsächlich die älteste Hominiden-Stätte außerhalb Afrikas zu sein.




