Ohne Handy fühlt sich mancher hilflos. Was aber tun, wenn dem kommunikativen Draht zur Welt unterwegs der Saft ausgeht – weitab von der nächsten Steckdose? Ein „aufziehbarer” Akku, den der US-amerikanische Elektronik-Konzern Motorola gemeinsam mit der britischen Freeplay Energy Group entwickelt hat, bietet einen Ausweg: „Free-Charge” verfügt neben dem üblichen Anschluss für das elektrische Ladegerät über eine kleine Kurbel, mit der man den Akku per Hand aufladen kann. 45 Sekunden Kurbeln liefern genug Energie, um eine halbe Minute zu telefonieren. Die Energie wird in die Akkuzellen eingespeist und kann per Adapterkabel das Mobiltelefon betreiben. Der rund 230 Gramm schwere Kurbel-Akku, der zunächst nur für Motorola-Handys benutzt werden kann, kommt im Frühjahr zum Preis von rund 100 Euro in den Handel. Bei schönem Wetter bietet sich „Sun-Call” als Alternative an – ein solarbetriebener Handy-Lader der Bad Rappenauer Lemo-Solar. Das etwa 70 Euro teure, auf Größe und Form eines Terminplaners zusammenfaltbare Gerät ist bestückt mit rund 150 Solarpaneelen, die aus Sonnenlicht elektrischen Strom erzeugen. In zwei bis vier Stunden kann man so einen leeren Handy-Akku vollständig aufladen. Bei bewölktem Himmel kann das Auftanken des Akkus jedoch locker einen ganzen Tag dauern. Nicht auf Sonnenschein angewiesen ist eine Ladetechnik, die Wissenschaftler des US-Forschungsinstituts SRI International in Menlo Park (Kalifornien) entwickelt haben: Ein dünner, biegsamer Streifen aus einem elektroaktiven Polymer wird in die Sohle eines Stiefels integriert – und gewinnt aus der Verformung beim Gehen elektrische Energie. Diese wird in einer kleinen, ebenfalls im Schuh eingebauten Batterie gespeichert und kann per Kabel den Akku eines Handys, Organizers oder Radios laden. Bis die „Powerboots” mit einer Leistung von bis zu drei Watt in ein bis zwei Jahren auf den Markt kommen, werden allerdings noch viele Absätze ungenutzt abgetreten.
Ralf Butscher





