Edelgase als Herkunfts-Indikatoren
Thomas Darrah von der Duke University in Durham und seine Kollegen haben nun mit einer neuen Methode untersucht, woher das Methan in den Trinkwasserbrunnen der Fracking-Gebiete stammt. Dafür entnahmen sie Wasserproben aus 113 Brunnen im Gebiet des Marcellus-Schiefers in Pennsylvania und 20 Proben aus Brunnen in texanischen Frackinggebieten. Dieses Wasser analysierten sie auf den Methangehalt hin, vor allem aber auf den Gehalt an Isotopen der Edelgase Helium, Neon und Argon. Denn das Verhältnis dieser im Methangas enthaltenen Isotope verrät, aus welchen Gesteinsschichten das Gas stammt und ob es auf seinem Weg ins Wasser durch geochemische oder biologische Prozesse beeinflusst wurde.
Wie sich zeigte, stammte das Methan in wenigen, mehr als einen Kilometer von Fracking-Bohrungen entfernten Brunnen tatsächlich aus natürlichen Quellen. Doch bei denjenigen, die weniger als einen Kilometer von Bohrstellen entfernt lagen, war dies nicht der Fall. “In diesen Fällen gibt es klare Belege dafür, dass die Kontamination menschengemachte Ursachen hat”, konstatiert Darrah. Das Methangas im Trinkwasser stammte eindeutig aus dem Marcellus-Schiefer und anderen gasführenden Schichten. Es konnte demnach nur durch das Fracking in das Trinkwasser gelangt sein.
Aber diese Kontamination geschieht offenbar nicht auf dem Wege, den Betroffenen und Umweltschützer am meisten fürchten: Nach Angaben der Forscher spricht die Isotopen-Signatur des Methans dagegen, dass das Gas durch Fracking-Risse im Tiefengestein nach oben dringt und so ins Grundwasser gelangt. Stattdessen liegt die Quelle sehr viel höher: in den Bohrlöchern der Fracking-Betreiber. “Unsere Daten deuten darauf hin, dass die Kontamination durch schlechte Abdichtung und ungenügende oder beschädigte Zementierung der Bohrlöcher verursacht wurde”, berichten die Forscher. Demnach dringt das Gas aus diesen Lecks in das umgebende Gestein und gelangt von dort aus ins Grundwasser.
“Das ist eine relativ gute Nachricht, denn es bedeutet, dass die meisten dieser Probleme in Zukunft vermieden werden können”, sagt Darrah. Denn verbesserte und verschärfte Vorgaben für die Zementumhüllungen der Bohrlöcher und das Bohrfutter könnten diese Kontamination verhindern – so sie denn von den Fracking-Betreibern umgesetzt werden.





