Für ihre nur 1,31 bis 2,25 Millionstel Millimeter (Nanometer) dünnen Rekordröhrchen nutzten Zhu und Kollegen ein Nanokörnchen aus Eisen als Katalysator. Aus einer mehrere hundert Grad heißen Ethanol-Atmosphäre setzten sich nach und nach einzelne Kohlenstoffatome zu der engmaschigen Struktur zusammen. Dabei bewegten die Forscher das Eisen-Körnchen immer ein kleines Stück weiter, um ein möglichst langes Nanoröhrchen wachsen zu lassen. Pro Sekunde verlängerte sich der Hohlkörper um etwa elf Mikrometer, so dass nach wenigen Minuten ein neuer Rekord aufgestellt werden konnte.
Vergleichbare Längen waren bisher nur mit dickeren, mehrwandigen Kohlenstoffröhrchen möglich. Doch besonders für nanoelektronische Anwendungen wären diese Exemplare nur eingeschränkt verwertbar. Die besten Eigenschaften von Festigkeit, über Leitungsvermögen bis zur Halbleiter-Charakteristik ist dagegen den einwandigen Röhrchen vorbehalten. So sehen Zhu und seine Kollegen erste Anwendung ihrer Röhrchen nicht in Faserwerkstoffen, sondern in winzigen elektronischen Schaltkreisen, bei der Verdrahtung von Biosensoren oder in der Robotik.





