Die wohl kleinsten Spiralen der Welt stellten nun US-Wissenschaftler aus nur milliardstel Meter messenden Nanoröhrchen her. Die Physiker der University of Idaho in Moscow bauten die Nanofedern aus einer Verbindung aus Bor und Kohlenstoff, Borcarbid, auf, wie sie in dem Fachblatt Applied Physics Letters berichten. Wie konventionelle Federn in feinmechanischen Geräten könnten diese gewundenen Nanoröhrchen in zukünftigen Nanomaschinen eingesetzt werden.
Mit einem Elektronenmikroskop kontrollierten die Forscher den exakten Aufbau dieser winzigen Feder. Sie hat einen Durchmesser von etwa 60 Nanometern und eine Länge von etwa einem millionstel Meter (Mikrometer). Damit ist diese Spirale nur etwa 30mal größer als eine DNA-Doppelhelix.
Wichtiges Element für die Herstellung solcher Nanofedern ist ein kleiner Tropfen auf der Spitze der Nanoröhre, der sich katalytisch auf deren Wachstum auswirkt. Hat der Tropfen etwa den gleichen Durchmesser wie die Röhre, entwickelt sich aus dem amorphen Borcarbid eine gerade Nanoröhre. Reicht der Tropfen jedoch über die Wände der Nanoröhre hinaus, verwindet sich diese gleichmäßig, so dass eine perfekte Spirale entsteht.
Nanofedern könnten neben der noch sehr visionären Anwendung in Nanomaschinen für den Aufbau von hoch empfindlichen Magnetfeld-Detektoren genutzt werden. So könnten sie vielleicht in besseren Lese- und Schreibköpfen von magnetischen Speicherlaufwerken Verwendung finden.
Jan Oliver Löfken