Die Strategie von Ameisen, die beste Verbindung zwischen zwei Punkten zu finden, ist so einfach wie genial. Eine Vielzahl von Ameisen bewegt sich auf mehr oder weniger zufälligen Wegen auf den Zielort zu. Jede einzelne Ameise markiert ihren Weg mittels Duftspuren. Die Duftstoffe zerfallen im Laufe der Zeit, so dass die kürzeste Verbindung sich durch den stärksten Geruch auszeichnet. Dies führt zu der Entstehung der wohlbekannten “Ameisenstraßen”.
Ameisen leisten bessere Arbeit bei dem Aufbau von Telekommunikationsnetzwerken als Menschen. Zu diesem Schluss kommt eine Studie belgischer Wissenschaftler der Freien Universität Brüssel. Eine Nachahmung des Verhaltens von Ameisen beim Auffinden der besten Verbindung zweier Punkte kann die Geschwindigkeit von Netzwerken erhöhen und zudem Verstopfungen des Netzes entgegenwirken.
Die Wissenschaftler um Marco Dorigo benutzen Algorithmen, die sich an dem Verhalten von Ameisen orientieren, um die Leistungsfähigkeit von Computernetzwerken zu erhöhen. Die mit diesen Strategien programmierten Netzwerke zeichnen sich durch eine höhere Geschwindigkeit bei der Datenübertragung sowie eine geringere Verstopfungsanfälligkeit aus. Kommerzielle Pilotprojekte sind bereits in den Vereinigten Staaten sowie in Japan gestartet. Selbstlernende Systeme mit Ameisenalgorithmen könnten sich zudem auch bei der Lösung klassischer Probleme der Informatik wie zum Beispiel dem Durchsuchen von Datenbanken als nützlich erweisen.
Stefan Maier





