Britische Forscher haben einen Sensor entwickelt, mit dem sie Viren “hören” können. Er kann selbst ein einzelnes Virus in einer Flüssigkeit nachweisen, berichten Matthew A. Cooper von der Universität Cambridge und seine Kollegen im Fachblatt “Nature Biotechnology” (Ausg. 19, Nr. 9).
Der Sensor besteht aus einem Quarzkristall, der durch ein elektrisches Feld in Schwingung gebracht wird. Er ist mit einer Schicht von Antikörpern überzogen, an denen Viren “andocken” können. Sie schwingen dann mit dem Kristall wie ein Kaugummi, der an der Oberfläche eines Schwingschleifers klebt. Wird die Schwingung zu stark, werden die Viren vom Kristall geschleudert. Das Geräusch des Abreißens können die Forscher mit dem Quarzkristall messen.
Der Detektor kann einzelne Viren bis hin zu Millionen von Erregern in einer Probesubstanz nachweisen, berichten die Forscher. Sie wollen mit dem Sensor Virusinfektionen frühzeitig erkennen oder den Einsatz von Anti-Viren-Mitteln überwachen.
Ulrich Dewald





