Die Forscher schätzten dann mit Hilfe eines mathematischen Modells die Auswirkungen dreier verschieden drastischer Szenarien der globalen Erwärmung auf die einzelnen Lebensformen ab. Je nachdem, ob die Arten in angrenzende Regionen mit besseren Klimabedingungen umsiedeln konnten oder nicht, ergaben sich unterschiedliche Überlebensprognosen. Dabei nahmen die Forscher an, dass die Größe des Lebensraums einer umgesiedelten Art kleiner ist als deren ursprüngliches Reservat. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Art nach der Umsiedlung ausstirbt, wurde dann mit einem Potenzgesetz mit der Fläche des neuen Lebensraums verknüpft. Beide Annahmen sind verschiedenen Experten der Klimaforschung und Populationsbiologie zu Folge gerechtfertigt.
Um die Studie fair zu gestalten, wählten die Forscher sowohl bereits bedrohte als auch bisher relativ unbehelligt lebende Tier- und Pflanzenarten für ihre Arbeit aus. Das Ergebnis ist in der Tat alarmierend: Selbst im besten Fall einer nur geringen Klimaerwärmung würden bis zum Jahre 2050 etwa 9 Prozent der untersuchten Arten aussterben, im schlimmsten Fall sogar 30 bis 50 Prozent.
Globale Erwärmung stellt demnach für das Überleben des Tier- und Pflanzenreichs eine ebenso große Gefahr wie die Zerstörung naturbelassener Lebensräume durch die fortschreitende Industrialisierung dar. Die Lösung dieser drohenden Katastrophe lässt sich in einem Satz zusammenfassen: Der Treibhauseffekt muss aufgehalten werden.




