Astronomie & Physik

Forscher: Gefahr durch Überschwemmungen wächst

Bis zum Jahr 2050 wird sich die Anzahl der von Überschwemmungen bedrohten Menschen mehr als verdoppeln: Während heute etwa eine Milliarde Menschen in Gebieten leben, die von Überschwemmungen bedroht sind, wird sich diese Zahl innerhalb von nur zwei Generationen auf mehr als zwei Milliarden erhöhen. Das schätzt ein internationales Wissenschaftlerteam der Universität der Vereinten Nationen. Gründe für diese starke Zunahme sind nach Ansicht der Wissenschaftler die Klimaerwärmung und der damit verbundene ansteigende Meeresspiegel und die zunehmende Bevölkerungsdichte in flutgefährdeten Gebieten. Die Wissenschaftler veröffentlichten ihre Schätzung im Zusammenhang mit der Eröffnung des Instituts für Umwelt und menschliche Sicherheit UNU-EHS in Bonn.

Momentan seien weltweit jedes Jahr mehr als 520 Millionen Menschen direkt von den Folgen von Überschwemmungen betroffen, berichten die Forscher. Bis zu 25.000 Menschen sterben jedes Jahr durch die Fluten, viele werden obdachlos, die Bedrohung durch Seuchen wächst und ganze Ernten und Viehbestände werden vernichtet. Besonders gefährdet ist Asien: Zwischen 1987 und 1997 war der Kontinent von 44 Prozent aller Flutkatastrophen betroffen und hatte 93 Prozent aller Todesopfer zu beklagen.

Nach Ansicht der Wissenschaftler wird sich die Situation in den nächsten Jahren deutlich verschärfen: Die zunehmende Häufigkeit extremer Wetterphänomene und die globale Erwärmung des Klimas wird die Meeresspiegel ansteigen lassen, wodurch mehr Gebiete von Überschwemmungen bedroht werden als heute. Gleichzeitig wächst wegen der ansteigenden Weltbevölkerung der Druck, auch flutgefährdete Landstriche zu besiedeln, da diese häufig fruchtbaren Boden, hervorragende Wasserversorgung und guten Zugang zu Transportwegen bieten.

“Das Interesse an Forschung auf dem Gebiet der Naturkatastrophen hat sich daher intensiviert”, sagt Janos Bogardi, der Gründungsrektor des neuen Bonner Instituts. Das sei auch nötig, da heute zwar bereitwillig Geld für Opfer von Katastrophen gespendet würde, die nötigen Mittel für eine Verbesserung der Vorhersage jedoch fehlen. Das neue Bonner Institut soll daher schwerpunktmäßig Überschwemmungsebenen und Flussdeltas, besonders im Zusammenhang mit Großstädten, untersuchen. Weitere Forschungsinteressen werden auch Dürreperioden und ihre Folgen, die Klimaveränderung und die Veränderung von Rohstoffqualität und -verfügbarkeit sein.

ddp/bdw ? Ilka Lehnen-Beyel

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