Forscher haben eine neue Plastikfolie mit Basilikumextrakten entwickelt, die gefährliche Bakterien von verpacktem Fleisch und Käse fernhält. Nach ersten Testergebnissen verlängerte der antibakterielle Effekt die Haltbarkeit dieser Lebensmittel um eine Woche, ohne dass die Lebensmittel später nach Basilikum schmeckten. Über die Entwicklung berichtet das Wissenschaftsmagazin “New Scientist”. (Ausgabe vom 14. Juni).
Die Plastikfolie ist mit einem Ether und einem Alkohol versetzt, die bakterielle Zellwände angreifen und zerstören. Bislang war es nicht möglich, lösliche Chemikalien in Kunststoffe zu integrieren, weil sie durch die Hitze während der Herstellung verdunsten. Dem Wissenschaftler Joseph Militz und seinem Team gelang es nun, mit einer Mischung aus Polymeren die antibakteriellen Wirkstoffe zu binden, ohne dass diese ihre Löslichkeit verloren. Um ihre Wirkung zu entfalten, müssen die Chemikalien von der Folie verdunsten können. Sie werden vom Wasser in der Nahrung angezogen.
Verpackungsmaterialien mit antibakteriellen Wirkstoffen sind schon seit längerem bekannt. In Japan werden hierzu Substanzen aus dem Meerrettich verwendet. Die Verbraucher bemängeln allerdings, dass die Lebensmittel dabei den Geschmack des Meerrettichs annehmen. Die Basilikumextrakte sind dagegen weniger wasserlöslich und wurden in geringeren Mengen verwendet, so dass dieser Effekt ausblieb.
Militz möchte die Folie in Zukunft noch effektiver machen, indem er die Polymere so schichtet, dass die Außenseite weniger durchlässig ist als die Innenseite. So könnten die Wirkstoffe nur dorthin gelangen, wo sie benötigt würden. Für die Verbaucher soll die Folie besonders dadurch attraktiv sein, dass die Chemikalien aus einer natürlichen Quelle stammen. Das Auftreten schädlicher Nebenwirkungen sei damit weitaus unwahrscheinlicher, erklärt Militz.
Christine Harbig