Bisher waren Wissenschaftler davon ausgegangen, dass sich diese Fossilien auf dem Grund eines Ur-Meeres bildeten und die Tiere erst später das Land und damit auch Binnenseen eroberten. Doch die neue Analyse zeige nun, dass die Doushantuo-Formation vor allem das Silikat Saponit und daraus während der Verfestigung entstandene Produkte enthält. Solche Mineralien bilden sich erst ab einem pH-Wert von mehr als 9, also unter recht stark alkalischen Bedingungen, so die Forscher. Zudem scheint die hohe Konzentration dieser Silikate nur lokal zu finden zu sein ? in einem vergleichbaren Gebiet 200 bis 400 Kilometer weiter südlich konnten die Wissenschaftler keine entsprechende Gesteinszusammensetzung ausmachen.
Vorausgesetzt, die Mineralienentstehung im Ediacarium folgte den gleichen chemischen Gesetzen wie heute, können sich die Mineralien und damit die Lebewesen der Doushantuo-Formation nicht in einem Meer gebildet haben, folgern die Forscher daher, sondern wohl eher in einem salzigen, alkalischen See. Dazu passe, dass die frühen Ozeane vermutlich nicht gerade die besten Bedingungen für das Entstehen komplexer Lebensformen boten: Sie waren extrem salzhaltig und konnten daher weniger Sauerstoff lösen als die Meere späterer Erdzeitalter. Die Idee des Lebens aus dem See sei auch deswegen spannend, weil sich in den voneinander isolierten Gewässern möglicherweise völlig unterschiedliche Lebensformen parallel zueinander entwickelt haben könnten. Zuerst müssten die Ergebnisse jedoch erst durch Proben vergleichbarer Ablagerungen bestätigt werden, schreiben die Wissenschaftler.




