Wenn Geoingenieur Nicolas Schenk von der Berliner Vermessungsfirma Emch und Berger das Abbauvolumen einer Kiesgrube ermitteln muss, lässt er eine Drohne rund 150 Meter hoch aufsteigen. Nach einer Dreiviertelstunde Flug hat er mehrere Hundert Fotos auf dem Rechner, die das abgeflogene Terrain maßstabsgetreu dreidimensional abbilden. Jedes Pixel auf dem Foto entspricht einem Areal von vier Zentimeter Durchmesser.
Mit der Drohne lässt sich das Gelände weitaus exakter berechnen als mit einem Tachymeter, dem herkömmlichen 3D-Vermessungsgerät der Geometer. „Müsste ich mit dem Tachymeter alle vier Zentimeter einen Punkt aufnehmen, hätte ich wochenlang draußen zu tun”, meint Schenk. Mit diesem Gerät nimmt man in der Regel alle paar Meter eine Messung vor. Bei der Volumenbestimmung von Kiesgruben und Steinbrüchen ist diese Arbeit zudem gefährlich: „Es gibt oft sehr steile Grubenwände und instabile Abbruchkanten”, erklärt Schenk, „die unzugänglich sind oder die wir nur mit aufwendiger Absicherung betreten können.”
Die Drohne liefert die Abbildungen paarweise in Stereoaufnahmen. Daraus ermittelt eine Software automatisch Verknüpfungspunkte, um die digitalen Bilder in eine Reihe zu bringen. Durch eine stereoskopische Auswertung lässt sich danach an jedem Punkt eine dreidimensionale Koordinate ermitteln. Die enorme Dichte an Höheninformationen liefert ein präzises 3D-Geländemodell. Daraus kann das Abbauvolumen exakt berechnet werden.
Zum Einsatz kommen die Drohnen aus der Schweiz inzwischen auch, um Tretminen aufzuspüren. So hat das Genfer Internationale Zentrum für Humanitäre Minenräumung die Technik genutzt, um im Irak nach versteckten Minen zu suchen. Wie Inna Cruz vom Zentrum erklärt, helfen die präzisen Luftaufnahmen, die Entminung besser zu planen.





