Leidgeprüfte Anwohner der Einflugschneisen von Flughäfen können sich noch an die lärmenden Rußschleudern der ersten Generation von Jets erinnern. Zwischen dem Brummen eines modernen Verkehrsflugzeugs und dem ohrenbetäubenden Lärm damaliger Airliner liegen Welten. Die Lärmbelastung im Bereich der Flughäfen liegt heute bei einem Viertel der Werte von vor 30 Jahren. Ausschlaggebend für diesen Fortschritt war die Entwicklung neuer Triebwerke. Die Potentiale beim Bau der Flugzeugantriebe sind jedoch längst noch nicht ausgereizt: „In 15 Jahren werden die Antriebe nochmals um 15 bis 20 Prozent sparsamer und um 50 Prozent leiser sein”, verspricht Odilo Mühling von MTU Aero Engines in München. Hoffnungsträger ist dabei der so genannte Getriebefan – der in der Turbine vorne sichtbare Rotor. Er ist für den Schub verantwortlich. In heutigen Triebwerken sind Fan und Turbine über eine starre Welle verbunden. Beim Getriebefan soll eine Untersetzung dafür sorgen, dass beide Komponenten optimal arbeiten. Ein solches Triebwerk wurde jetzt von MTU zusammen mit dem Triebwerkshersteller Pratt & Whitney entwickelt und befindet sich unter dem Namen ATFI (Advanced Technology Fan Integrator) bereits im Test. Mit der Markteinführung des Getriebefans rechnet der Hersteller in etwa fünf Jahren.
Hans Groth





