Eine neue Beschichtung soll künftig für einen klaren Blick auf den Computerbildschirm sorgen. Der Film wird aus einer Mischung zweier Flüssigkristalle hergestellt und reduziert störende Reflexionen von acht auf ein Prozent, berichten schweizer Forscher im Wissenschaftsmagazin Nature.
Martin Schadt und Mohammed Ibn-Elhay von der Firma Rolic im schweizerischen Allschwill haben den dünnen Film aus klarem Plastik entwickelt, der die herkömmlichen Verfahren zur Entspiegelung von Glasoberflächen ersetzte könnte. Antireflex-Oberflächen werden bislang aufgeraut, indem kleine Vertiefungen eingeätzt oder winzige Partikel aufgebracht werden. Sichtbares Licht wird an diesen rauen Flächen nicht reflektiert oder gestreut, wenn die Rauheit kleiner ist als die Wellenlänge (400 bis 700 Nanometer).
Auch die Beschichtung von Schadt und Ibn-Elhay macht sich diesen Effekt zunutze. Die Folie setzt sich aus zwei Flüssigkristallen zusammen, die jeweils aus länglichen Molekülen bestehen. Die Flüssigkeiten lassen sich gut mischen, doch nur bei einer der beiden verbinden sich die Moleküle zu einem Feststoff, wenn diese dem Licht ausgesetzt wird.
Unter bestimmten Bedingungen wird dabei die andere Komponente in kleinen Tröpfchen mit weniger als 200 Nanometer Durchmesser eingeschlossen wie Rosinen in einem Kuchen. Diese Tröpfchen werden entfernt ? zurück bleiben schließlich kleinen Vertiefungen im Kunststoff.
Durch Veränderungen in den Mischungen können die Forscher nun die Form der “Rosinen” im Plastik-Kuchen beeinflussen. Beispielsweise lassen sich geriffelte Oberflächen mit 100 Nanometer großen Strukturen herstellen.
Auf einen Bildschirm aufgebracht, können so hergestellte Folien den Kontrast verbessern oder störende Reflexionen minimieren.
Ulrich Dewald





