UMTS ist in Deutschland noch nicht in Betrieb, da tüfteln Forscher bereits an Technologien für die nachfolgende Mobilfunkgeneration. Sie soll auf den heutigen WLAN-Netzen aufbauen – lokalen Funknetzen mit einer sehr viel höheren Datenübertragungsrate als UMTS. In 20 Kilometer Höhe positionierte Relaisstationen sollen die WLAN-„Hot-Spots” mit Satelliten verbinden und so weltweit vernetzen. Eine Technologie dafür haben Wissenschaftler um Bernd Kröplin am Institut für Statik und Dynamik der Luft- und Raumfahrtkonstruktionen der Universität Stuttgart entwickelt.
Der „AirChain” ist eine Kette aus vier Gliedern mit Wasserstoff gefüllter luftschiffähnlicher Elemente, die sich selbst so steuern, dass die Kette stabil über einem Ort stehen bleibt. Bei den in 20 Kilometer Höhe herrschenden Bedingungen – einer Luftdichte von sieben Prozent von derjenigen am Boden, Temperaturen von minus 60 Grad Celsius und Winden mit Geschwindigkeiten über 130 Kilometern pro Stunde – ist das vor allem für die Regelungstechnik der Propellerantriebe an jedem Segment des Luftwurms eine Herausforderung.
„Bei der AirChain-Technik haben wir international einen Wissensvorsprung von etwa vier Jahren”, freut sich Kröplin. Für die Weiterentwicklung und Vermarktung hat er ein Spin-Off-Unternehmen gegründet: die Firma TAO Technologie. Sie brachte nun als Nebenprodukt einen steuerbaren Gleitschirm auf den Markt, der autonom fliegt und auf etwa vier Meter genau landen kann. Die Steuerbewegungen, die sonst Sache des Gleitschirmpiloten ist, werden von einer mechanischen Automatik übernommen. Der Schirm, der als System zur Bergung der schwebenden Gliederkette bei einem Defekt entwickelt wurde, lässt sich etwa nutzen, um Hilfsgüter von einem Transportflugzeug punktgenau an ihrem Ziel abzuwerfen.
Hans Groth





