Wissenschaftler vom Deutschen Zentrum für Luft und Raumfahrt (DLR) in Stuttgart arbeiten an einen Kleinflugzeug, das aussieht wie ein Fisch und von einer Brennstoffzelle angetrieben wird. Das unbemannte Fluggerät soll 200 bis 300 Kilometer pro Stunde schnell werden und Höhen von bis zu 7.000 Metern erreichen. Erste Testflüge hat ein batteriebetriebener Prototyp bereits absolviert.
“HyFish” haben die Konstrukteure das Fluggerät genannt, was bereits die wesentlichen Eigenschaften des flotten Fliegers umreißt: Wasserstoff dient als Energiequelle, und das Design ist von der Form eines Fisches inspiriert. Entwickelt wurde das Fluggerät von den Designern und Konstrukteuren des Unternehmens Smartfish. Deren Vision ist es, ein fischähnlich geformtes Reiseflugzeug zu bauen, das 900 Kilometer pro Stunde schnell ist und dabei nicht wesentlich mehr Brennstoff verbraucht als ein Auto.
Die Wissenschaftler des DLR-Instituts für Technische Thermodynamik verfolgen dagegen in Zusammenarbeit mit Smartfish zunächst ein anderes Entwicklungsziel: Sie wollen ein ferngesteuertes, unbemanntes Flugzeug konstruieren, das bei einer Spannweite von etwa 1,5 Metern nicht mehr als 5 Kilogramm wiegt und seine Energie komplett von einer 1 kW-Brennstoffzellensystem bezieht. Vorwärtsgetrieben wird der HyFish mit einem integrierten Propeller, einem so genannten Impeller-Antrieb.
Brennstoff ist Wasserstoff, der in einem Drucktank mitgeführt wird. Zusätzlich besitzt der HyFish einen Tank für reinen Sauerstoff. So muss das Fluggerät nicht mit einem Verdichter ausgestattet werden, um die Brennstoffzelle auch in großen Höhen ausreichend mit Luft zu versorgen. Nach den Berechnungen der Entwickler kann der HyFish mit einer Tankfüllung etwa eine Stunde in der Luft bleiben.
Auch über die möglichen Anwendungen haben sich die Entwickler schon Gedanken gemacht: So könnte der HyFish beispielsweise in großen Höhen das Wetter beobachten oder Luftproben zur Untersuchung von Spurengasen entnehmen. “Dies wäre mit einem batteriegetriebenen Fluggerät gar nicht machbar”, erklärt Till Kaz vom DLR. Ein Verbrennungsmotor hingegen würde Abgase erzeugen, die die Reinheit der Probe beeinträchtigen.
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wissenschaft.de/Ulrich Dewald





