Ein neuartiges Material, das über ein sogenanntes Formgedächtnis verfügt, haben Forscher der Schweizer Universität Fribourg entwickelt. Dafür integrierten Christoph Weder und Johan Foster kristalline Zellulose-Nanofasern, die über Wasserstoffbrücken gebunden sind, in ein Polymer. Um den Kunststoff zu verformen, muss man ihn kurz befeuchten, wodurch die Wasserstoffbrücken gelockert werden. Dann lässt sich das Material verbiegen. Wenn es trocknet, behält es seine Form bei, weil die Wasserstoffbrücken wieder fest werden. Taucht man das Polymer längere Zeit ins Wasser, weichen die chemischen Bindungen zwischen den Nanofibern aus kristalliner Zellulose sozusagen wieder auf, und die ursprüngliche Form kehrt zurück.
Als Vorbild diente den Schweizer Forschern die Seegurke – ein Meerestier aus dem Stamm der Stachelhäuter, das im Normalfall eine weiche Haut besitzt. Berührt man die Haut jedoch, versteift sie sich augenblicklich.
Anwendungsgebiete für ihr intelligentes Material sehen die Wissenschaftler im medizinischen Bereich, etwa bei Elektroden, die für Untersuchungen ins Gehirn implantiert werden. Denn steife Elektroden erlauben zwar eine präzise Platzierung, beschleunigen aber die Abstoßung durch den Organismus. Wenn die Elektroden durch die Gehirnflüssigkeit weich werden, könnte der Abstoßungsmechanismus verzögert werden.





