Auf den ersten Blick wirkt das Snike fast wie ein gewöhnliches Fahrrad. Beim genaueren Hinsehen aber entpuppt es sich als äußerst ungewöhnliches Gefährt. Denn das Snike ist ein „ einachsiger Knicklenker”. Seine Vorder- und Hinterhälfte sind in einem Gelenk beweglich gegeneinander gelagert. Und dieser kleine, aber feine Unterschied macht sich beim Fahren deutlich bemerkbar. So endete der Versuch, das Snike wie gewohnt mit dem Lenker zu steuern, in wilden Schlingerbewegungen. Und auch die ersten Tritte in die Pedale ließen das gelenkige Rad schnurstracks auf Slalomkurs einschwenken.
Der Trick liegt darin, sanft und gleichmäßig in die Eisen zu steigen und – mit ähnlichen Bewegungen wie beim Snowboarden – die Hüfte und das Becken zum Lenken des Hinterrades einzusetzen. Die Lenkstange dient nur dazu, sachte gegenzusteuern, zu schalten und zu bremsen. Um in eine Kurve zu fahren, genügt es, das Becken leicht zur Seite zu drehen. Wegen der Biegsamkeit des Snike lassen sich mit ihm besonders enge Kurven fahren.
Bis man die ungewohnte Fahrweise erlernt hat, dauert es eine gewisse Zeit. Aber nach und nach beginnt das Fahren mit dem Knick-Lenker richtig Spaß zu machen. Und nebenbei trainiert es die Bauch- und Rückenmuskulatur, fördert die Beweglichkeit und schult die Konzentration, versprechen seine Erfinder – zwei Stuttgarter Architekten.
Für lange Touren und Geländefahrten ist das Snike kaum geeignet, und mit einem Komfortrad hat es wenig gemeinsam. So setzt es statt auf bequeme Federung auf die körpereigenen Stoßdämpfer: Weil die Muskeln beim Sniken stets unter einer leichten Vorspannung stehen, fangen sie auf holprigem Untergrund die Stöße ab – und nicht die Wirbel.
Preise und Informationen
Das Snike schult die Motorik und baut die Rückenmuskulatur auf. Deshalb unterstützen der Deutsche Verband für Physiotherapie und die AOK Sachsen das Fahren mit dem Knick-Rad. Zu haben ist das Snike in drei Varianten: ohne Übersetzung, mit 4-Gang- oder 27-Gang-Schaltung. Der Preis: DM 1580,– bis DM 2890,–. Infos unter www.snike.com
Ralf Butscher





