Eine Verbindung zwischen Gehirn und Internet? Allwissenheit und Macht wären dem Besitzer einer solchen Schnittstelle sicher. Christopher Kidd aus Frankfurt, 17 Jahre alt, will seinen Chip im Kopf trotzdem so schnell wie möglich loswerden. Denn das winzige Brain-Computer-Interface verbindet ihn nicht nur mit fast allen Computernetzen der Welt, sondern macht ihn auch zum willenlosen Mitglied eines ständig wachsenden Kollektivs, der rätselhaften „ Kohärenz”.
Wie Christopher, ein genialer Hacker, gegen diese dunkle Macht kämpft, erzählt Andreas Eschbach in seinem Science-Fiction-Thriller für Jugendliche. Mit einem rasanten Einstieg führt der gelernte Luft- und Raumfahrt-Ingenieur den Leser sofort mitten ins Geschehen. Die Vorgeschichte schildert Eschbach raffiniert in Rückblenden. Die Charaktere bleiben zwar etwas blass, doch die action- und spannungsgeladene Handlung zieht den Leser schnell in ihren Bann.
Stoff zum Nachdenken – zumal für die jugendliche Zielgruppe – gibt es genug: wenn Computer-Freak Christopher zum Beispiel grübelt, ob ein Leben ohne Handys, Laptops und Internet überhaupt lebenswert ist. Nach dem offenen Ende würde man am liebsten sofort die Fortsetzung verschlingen. Band zwei lässt aber noch eine Weile auf sich warten. „Black Out” ist das Richtige für Technikfreaks von zwölf Jahren und mehr. Ute Kehse
Andreas Eschbach BLACK OUT Arena, Würzburg 2010 461 S., € 17,95 ISBN 978–3–401–06062–0





