Das Ende von Amalgam
Grundlage ist die Verordnung (EU) 2024/1849, die die EU-Quecksilberverordnung im Hinblick auf Dentalamalgam ändert. Amalgam enthält Quecksilber und weist eine silbergraue Farbe auf. Komposite bestehen dagegen aus einer Kunststoffmatrix mit eingelagerten anorganischen Füllkörpern und lassen sich in unterschiedlichen Zahnfarben herstellen.
Genau darin liegt die Schwierigkeit. Ein Zahn hat keine einheitliche Farbe. Am Zahnhals ist er meist dunkler, zur Schneidekante hin wirkt er transparenter, und jeder Mensch hat einen individuellen Grundton. Zur Beschreibung der Zahnfarbe dient in der Zahnmedizin die VITA-Farbskala, die von A1 bis D4 reicht. Bisher bedeutete das für Praxen, mehrere Kompositfarben vorrätig zu halten und für jede Füllung die passende auszuwählen.
Strukturfarbe statt zugesetzter Pigmente
Herkömmliche Farbpigmente erzeugen Farbe, indem sie bestimmte Wellenlängen des Lichts absorbieren, während andere reflektiert werden und das Auge erreichen. Strukturfarben entstehen anders: Hier beeinflussen winzige Strukturen im Material, wie das Licht reflektiert und gestreut wird. So entsteht ein Farbeindruck, ohne dass dafür herkömmliche Farbpigmente erforderlich sind.
Aus der Natur ist dieses Prinzip vielfach bekannt. Die schillernden Flügel vieler Schmetterlinge verdanken ihre Farbe nicht allein Pigmenten, sondern auch der Struktur ihrer Flügelschuppen. Auch beim Edelstein Opal entsteht das charakteristische Farbenspiel durch die Wechselwirkung von Licht und Materialstruktur.
Entscheidend ist dabei die Größe der Strukturen. Sichtbares Licht hat Wellenlängen von etwa 0,38 bis 0,78 Mikrometern. Strukturen in einer vergleichbaren Größenordnung können die Wechselwirkung mit Licht besonders stark beeinflussen.
Sphärische Füllkörper mit 0,26 µm Durchmesser
Dieses Prinzip nutzt das Komposit von TOKUYAMA DENTAL unter dem Produktnamen OMNICHROMA. Das Material kommt nach Angaben des Herstellers ohne zugesetzte Farbpigmente aus. Die Farbanpassung basiert auf der Wechselwirkung von Licht mit sphärischen Füllkörpern, die einen exakten Durchmesser von 0,26 Mikrometern aufweisen. Der Hersteller nennt das Smart Chromatic Technology. Eine Spritze deckt laut Hersteller den VITA-Farbraum von A1 bis D4 ab.





