Jeder Griff muss sitzen An einem Boxenstopp sind 22 Mitglieder eines Rennteams beteiligt: 12 Mechaniker (3 pro Rad) wechseln die Räder, einer betätigt den Wagenheber vorn, einer den Wagenheber hinten, einer steht mit einem speziellen Heber bereit, falls der Wagen mit beschädigter Fahrzeugnase an die Box kommt, zwei Mechaniker kontrollieren die Pressluft für die pneumatische Ventilsteuerung und füllen gegebenenfalls nach, drei tanken das Fahrzeug auf, einer steht für den Notfall mit einem Feuerlöscher bereit, und einer – der „Lollipop-Mann” – gibt dem Fahrer per Signalschild die Kommandos „Bremse halten”, „Gang einlegen” und „ Losfahren”. Ein Reifenwechsel dauert knapp 3 Sekunden, das Tanken 7 bis 12 Sekunden.
Da tut sich was Während eines Rennens über eine Distanz von durchschnittlich 300 Kilometern erfährt der Motor eines Rennwagens rund 8 Millionen Zündungen – das sind 800000 Zündvorgänge pro Zylinder. Im Schnitt wird pro Grand Prix etwa 2600-mal geschaltet, auf dem kurvenreichen Stadt-Parcours von Monaco sogar über 3000-mal.
Heisse Angelegenheit Die Temperatur der Abgase eines Formel-1-Boliden beträgt bis zu 1000 Grad Celsius. Seine Reifen erhitzen sich während des Rennens auf rund 100 Grad – knapp über der idealen Betriebstemperatur von 90 Grad, auf die sie vor dem Start vorgewärmt werden. Auf 600 Grad bringen es die Bremsscheiben aus Karbon – eine Temperatur, die sie beim Bremsen innerhalb einer Sekunde erreichen. Brütend heiß ist es selbst im Cockpit: Dort schwitzen die Piloten bei durchschnittlich 50 Grad.
Volle Pulle Je nach Strecke stehen die Piloten bis zu 75 Prozent der Zeit voll auf dem Gas. Mit dem höchsten Volllastanteil wird auf dem Parcours von Monza in Italien gefahren.
Schluckspechte Jedes Team verbraucht pro Rennwochenende bis zu 1200 Liter Benzin, 60 bis 80 Liter Motoröl und bis zu 30 Liter Getriebeöl. Der Benzinverbrauch der Boliden liegt im Schnitt bei etwa 70 Liter pro 100 Kilometer, im Extremfall können es jedoch bis zu 100 Liter pro 100 Kilometer sein.
Ralf Butscher





