Sogenannte Quantenpunkte stecken in QLEDs, in vielen Fernsehern und werden in der Medizin als Markersubstanzen genutzt. Entscheidend für die meisten Anwendungen von Quantenpunkten ist ihre Fähigkeit, bei Anregung durch Strom oder Strahlung Photonen einer bestimmten Wellenlänge abzugeben. Das Grundprinzip dahinter ist eine Bandlücke in den Energieniveaus ihrer Elektronen, ähnlich wie bei einem Halbleiter. Die Breite dieser Bandlücke hängt dabei von der Größe der Quantenpunkte ab. Licht emittieren die Quantenpunkte dann, wenn es nach einer Ladungstrennung durch Anregung wieder zu einer Rekombination von Elektronen und positiven „Löchern“, kommt. Dabei wird die zuvor aufgenommene Energie in Form von Photonen frei – als Licht einer bestimmten Wellenlänge.
Weil die Wellenlänge dieses Lichts je nach Quantenpunkt spezifisch ist, sind die Farben solcher Quantenpunkte intensiver und schärfer abgegrenzt als beispielsweise bei klassischen LEDs. Auch andere Merkmale wie das Redox-Potenzial bei chemischen Reaktionen oder die Schmelztemperatur hängen bei diesen Nanopartikeln direkt von ihrer Größe ab.

Das Geheimnis farbiger Gläser entschlüsselt
Der erste Schritt zur Entdeckung der Quantenpunkte gelang dem ersten Preisträger, Alexei Ekimov von Nanocrystals Technology in New York im Jahr 1979, als er – damals noch in der ehemaligen Sowjetunion – an farbigen Gläsern forschte. Er wollte verstehen, auf welche Weise gezielte Verunreinigungen solcher Gläser mit Fremdpartikeln ihre Farben hervorbrachten und wie man das Wachstum solcher Partikel in der Glasschmelze gezielter beeinflussen kann. Am Beispiel von Kupferchlorid-Nanokristallen im Glas entdeckte Ekimov, dass sich das Spektrum des absorbierten Lichts in Abhängigkeit von der Größe der Kristallpartikel veränderte: Je kleiner die Nanokristalle waren, desto stärker war die Lichtfarbe ins Blaue verschoben. Ekimov schrieb diesen Effekt der Wechselwirkung von Elektronen und Löchern im Material zu und stellte eine Gleichung auf, die den Zusammenhang von Photonenenergie und Partikelgröße beschrieb. Damit waren die ersten kristallinen Halbleiter-Quantenpunkte entdeckt.
1983 folgte der nächste Schritt durch ein Team um Louis Brus von der Columbia University in New York. Ohne von Ekimovs Entdeckung zu wissen, forschten sie an kolloidalen Nanopartikeln. Bei Experimenten mit Cadmiumsulfid-Partikeln in Lösung entdeckten auch sie den Effekt der Partikelgröße auf das Spektrum der angeregten Teilchen und stellten ein entsprechendes Modell auf. Solche größenabhängigen Quanteneffekte sollten unterhalb einer Teilchengröße von fünf Nanometern auftreten und auch die photochemischen Redox-Potenziale beeinflussen.





