Abfälle aus Land- und Forstwirtschaft könnten künftig in Wasserstoff und andere nützliche Produkte wie etwa Düngemittel umgewandelt werden und so zum Klimaschutz beitragen. Ein amerikanisches Forscherteam demonstrierte jetzt in einem Großexperiment, dass sich Erdnussschalen für diese so genannte Biomasse-Konversion eignen.
Das Forscherteam, dem unter anderem Wissenschaftler von der Clark Atlanta University, dem Georgia Institute of Technology und dem National Renewable Energy Laboratory angehören, beendeten den hundert Stunden dauernden Versuch am 30. August. Einen Zentner Erdnussschalen konnten sie pro Stunde für die Wasserstoffproduktion verwenden. Wasserstoff gilt als Null-Emissions-Brennstoff, da bei seiner Verbrennung kein Kohlendioxid entsteht.
Außer Wasserstoff produzierten die Forscher dabei auch Kohlenstoff in einer Form, die sich als Langzeit-Speicher für Stickstoff eignet. Setzt man ihn dem Boden zu, wird der Stickstoff langsam abgegeben, während der Kohlenstoff im Boden verbleibt. Dort kann er außerdem in der Landwirtschaft eingesetzte giftige Chemikalien wie etwa Pestizide absorbieren und verhindern, dass diese ins Grundwasser gelangen, schreiben die Forscher in einer Pressemitteilung.
Danny Day, Präsident der an dem Projekt beteiligten Firma Scientific Carbons, zeigt sich zuversichtlich, dass die Biomasse-Konversion das Klima retten kann: “Nur ein kleiner Anteil der weltweiten Land- und Forstwirtschaftsabfälle würde genügen, um den Kohlenstoff zu binden, der sich in der Atmosphäre anreichert.”
Ute Kehse





